Was ist DeFi?

Das steckt hinter dem DeFi Boom


Ein großer Wunsch von euch, war ja das Thema Defi – Decentralized Finance. So simpel und einfach es sich anhört, so komplex und auch risikobehaftet kann es sein. Was hinter dem Versprechen einer dezentralisierten Finanzwirtschaft steht, erfährt Du in meinem heutigen Blog-Beitrag.

Anmerkungen gerne jederzeit unten in den Kommentaren. Ich freue mich wie immer auf Dein Feedback – und nun viel Freude beim Lesen!

Deine @emily_is_online

DeFi – Decentralized Finance

DeFi gilt als einer der am schnellsten wachsenden Sektoren in der Kryptoindustrie und wird häufig als Zukunft der Finanzwirtschaft bezeichnet. 

Das Kürzel DeFi steht dabei für – dezentrale Finanzwirtschaft – und wird in der Regel zur Beschreibung aller Anwendungen und Unternehmen verwendet, die Finanzdienstleistungen auf Basis dezentraler Blockchain-Technologie anbieten. Du wirst im Laufe Deiner Recherche auch immer wieder auf den Begriff – Open Finance – stoßen. Beides meint jedoch dasselbe. 

Das Konzept der Dezentralisierung steht im Gegensatz zu den herkömmlichen Finanzdienstleistungen, die in der Regel zentral organisiert sind, d. h. von einer einzigen Einrichtung, wie bspw. einer Zentralbank oder einem Finanzinstitut. Durch DeFi können viele der gängigen Zentralisierungsnachteile wie zentrale Schwachstellen, Monopolpositionen und bürokratische Hindernisse überwunden werden und wären mit der Zeit überflüssig. 

Die Dezentralisierung von Finanzdienstleistungen ist dabei dank Smart Contracts möglich, bei denen Computercode die Regeln automatisch durchsetzt und alle Transaktionsdaten in einem – distributed Ledger – (verteiltes Hauptbuch) aufbewahrt werden. So hat kein Akteur die alleinige Kontrolle über Transaktionen, wodurch Zensur und Korruption verhindert werden.

Vergibt beispielsweise eine herkömmliche Bank ein Darlehen an ihre Kunden, dann kann sie allein entscheiden, wer unter welchen Bedingungen ein wie hohes Darlehen erhält. In einem dezentralen Netzwerk hingegen kann jede/r mit einem Smartphone und einem Internetzugang ein Darlehen erhalten, das durch einen Smart Contract geregelt ist. Die Bedingungen sind für alle transparent, und jede/r kann sie überprüfen.

Zu den wichtigsten Dienstleistungen, die von DeFi-Unternehmen angeboten werden, gehören u. a. die Ausgabe von Stablecoins, Darlehen, das Handeln, Peer-to-Peer-Zahlungen und Versicherungen. Die Nutzer können über dezentrale Anwendungen (DApps) auf solche Dienste zugreifen, die aktuell meist auf Ethereum basieren.

DeFi – Wo stehen wir heute

DeFi ist ein unfassbar schnell wachsender Sektor, der seiner Zenit noch lange nicht erreicht hat.  Zur Abschätzung der Grösse und Dynamik des DeFi-Markts werden mehrere Kennzahlen herangezogen. Eine davon ist der Total Value Locked (TVL), der angibt, wie viel an Vermögenswerten (in USD oder ETH) im Sektor gebunden sind. Laut DeFiPulse lag der TVL zum Zeitpunkt des Verfassens meines Beitrags bei geschätzten USD 41 Mrd., ein Betrag, der in den vergangenen Monaten exponentiell gewachsen ist. 

Die Marktkapitalisierung von DeFi-Coins betrug zum Zeitpunkt des Verfassens dieses Artikels schätzungsweise USD 16,5 Mrd. Die grössten Projekte nach Marktkapitalisierung sind zur Zeit MakerDAO (das dezentrale Protokoll zur Ausgabe des USD-gekoppelten Stablecoin DAI) und Compound (ein Geldmarktprotokoll zur Kreditvergabe). 

Da der TVL jedoch durch die Hebelwirkung innerhalb des Systems (wie in vielen Yield-Farming-Strategien) nach oben verschoben werden kann, ist die Gesamtzahl der Nutzer wohl ein besseres Mass für die Verbreitung dezentraler Finanzdienstleistungen. Dune Analytics zufolge wächst die Zahl der DeFi-Nutzer im August 2020 exponentiell und hat bereits die Zahl 250’000 überschritten, was im Jahresvergleich eine Verfünffachung bedeutet.

Einen grossen Teil des DeFi-Markts machten bislang Darlehen aus. Unternehmen wie Compound bieten Krypto-Besitzern die Möglichkeit, Geld mit Krypto-Vermögenswerten als Sicherheit aufzunehmen oder ihre Krypto-Vermögenswerte an andere Netzwerknutzer zu verleihen, um Zinsen zu verdienen. Die meisten Plattformen weisen die Kreditgeber und Kreditnehmer einander automatisch zu, und die Zinssätze werden auf der Grundlage von Angebot und Nachfrage angepasst.

Ein weiterer wichtiger Bereich dezentraler Finanzdienstleistungen sind die sogenannten Stablecoins. Stablecoins wie DAI oder USD Coin sind Kryptowährungen, die durch einen festen Reservewert gestützt werden, der ihre Preisvolatilität reduzieren soll. Stablecoins können an eine Fiatwährung oder einen Rohstoffpreis gekoppelt sein oder algorithmisch verwaltet werden. Der allgemeine Zweck von Stablecoins besteht darin, den Nutzern einen stabileren Vermögenswert zu bieten, ähnlich einer Fiatwährung.

DeFi – Wo geht die Reise hin 

Dezentrale Finanzdienstleistungen sind zweifellos ein sehr heisses Thema der Kryptowirtschaft und waren im vergangenen Jahr einer der am schnellsten wachsenden Sektoren überhaupt. Das exponentielle Wachstum und der allgemeine Hype um DeFi haben viele neue Kryptoanleger und Kryptoentwickler angelockt und das Interesse herkömmlicher Finanzakteure geweckt. Der Weg bis zu einer allgemeinen Durchsetzung ist jedoch noch lang. Die Zukunftsaussichten von DeFi hängen von der Wertschöpfung für die Nutzer ab und davon, ob das Versprechen zugänglicher und offener Dienstleistungen auch wirklich gehalten werden kann.

Zum Zeitpunkt des Verfassens meines Beitrags bietet DeFi im Vergleich zu herkömmlichen Finanzmärkten und anderen Kryptomöglichkeiten sehr konkurrenzfähige Renditen. So liegen die Kreditzinsen deutlich über den Sparzinsen der meisten herkömmlichen Banken. Innerhalb der Kryptowirtschaft ergeben sich Wettbewerbschancen durch Staking, mit dem Krypto-Nutzer regelmässig Prämien verdienen können.

Gleichzeitig ist die DeFi-Branche im Vergleich noch recht neu, und eine Investition birgt entsprechende Risiken. Der harte Wettbewerb im DeFi-Sektor könnte Entwickler dazu bringen, neue Dienstleistungen und benutzerfreundlichere Produkte anzubieten, die Transaktionsgebühren zu senken (z. B. durch Second-Layer-Lösungen) und die Sicherheit zu verbessern.

Viele Crypto-EnthusiastInnen, mich eingeschlossen, sind fest davon überzeugt, dass die dezentrale Finanzwirtschaft die Zukunft ist, aber letztlich wird dies vom Mehrwert abhängen, den dezentrale Finanzdienstleistungen generieren (wie etwa geringere Kosten, schnellere Abwicklung und weitere Innovationen) sowie von der allgemeinen Annahme von Crypto-Lösungen durch Menschen auf der ganzen Welt. 

Wie denkst Du darüber: Hat DeFi das Potenzial die Finanzwirtschaft in Zukunft zu revolutionieren? Besitzt Du selber schon DeFi Token? Wenn ja welche und warum? Hast Du weitere interessante Anmerkungen die unsere Community hier brennend interessieren könnten. Dann immer her damit und hinterlasse uns Deine Meinung in den Kommentaren.

Ich mache Dich Crypto-Fit!

Neu im Crypto-Business oder schon ein alter Hase?


Komplett egal. Jeder fängt mal bei Null an. Wichtig ist nur, dass Du überhaupt anfängst! Lass uns gemeinsam lernen, wachsen, Feedback austauschen und in die spannende Welt der Kryptowährungen und Blockchain-Community eintauchen. Es wird grenzgenial!

Ich möchte Dich jedoch auch hier darauf hinweisen, dass JEDE Investition IMMER mit Chancen und Risiken behaftet ist. Informiere Dich vor jeden Schritt allumfassend und hole Dir auch immer eine zweite Meinung ein. Denn mein Ziel ist es, dass Du Dich mit jeder Entscheidung wohl fühlst und auch langfristig davon profitierst.

Deine @emily_is_online

Bitcoin vs. Ethereum

Die mächtigste Digitalwährung Bitcoin ist in aller Munde – doch auch Ethereum zieht immer stärker nach. Beide Kryptowährungen haben inzwischen eine milliardenschwere Marktkapitalisierung – und das nicht ohne Grund!

Doch was zeichnet die beiden Crypto-Giganten aus und wo liegen ihre Unterschiede? 

BTC vs. ETH: Was sie eint, was sie entzweit

Bitcoin ist die Mutter aller Kryptowährungen und wurde 2009 von Satoshi Nakamto, im Zuge eines 9-seitigen Whitepapers, vorgestellt. Satoshi Nakamto ist jedoch nur ein Pseudonym, welches er auf diversen Foren nutzte. Sein eigentlicher Name und seine Identität sind bis heute unbekannt. Bitcoin ist seit 2009 auf dem Markt, aber schon 2008 brachte Nakamto das erste Konzept zu Papier. Seinen Ursprung fand der Bitcoin wiederrum in der Finanzkrise 2007. Zu dieser Zeit verstärkte sich nämlich der Wunsch, nach einem unabhängigen, dezentral organisierten Geldsystem als Alternative zu konventionellen Fiat-Währungen wie Euro, Dollar oder Yen. 

Bitcoin (BTC) basiert – als digitale Währung, auf einer kryptischen Verschlüsselung. Das Konzept wurde weltweit bekannt und schnell konnte der Bitcoin an Wert gewinnen. Allerdings stoß die innovative Technologie hinter dem Bitcoin auch schnell auf Probleme, welche die Bitcoin Community bis heute beschäftigen. 

Folglich schossen viele andere Kryptowährungen, wie beispielsweise Ethereum, als Bitcoin Alternative aus dem Boden. Die Ethereum-Plattform wurde 2015, von dem in Toronto ansässigen Programmierer Vitalik Buterin, ins Leben gerufen. Ethereum ist aber keine reine Kryptowährung, sondern dient mit erweiterten Funktionen wie Smart Contracts als dezentrales Ökosystem für Blockchain-Projekte aller Art. Die eigene Kryptowährung, die dieses System nutzt, heißt Ether (ETH).

Wie Bitcoin hat Ethereum in kurzer Zeit einen immensen Wertanstieg gesehen und wuchs schnell zur zweitstärksten Kryptowährung der Welt heran.

Grundlegende Gemeinsamkeiten 

Bitcoin und Ethereum zielen darauf ab, die Finanzbranche zu revolutionieren. BTC und ETH gelten als unabhängige Währungen, die dezentral in einem Netzwerk erzeugt und verwaltet werden.

Alle Transaktionen werden sicher in einer Blockchain gespeichert. Dabei handelt es sich um eine kontinuierlich erweiterbare Liste von Datensätzen, die sich nicht verändern lassen oder entfernt werden können. Beide Netzwerke sind Open-Source und damit öffentlich einsehbar. Jeder kann sich an diesem System beteiligen und selbst BTC oder ETH minen (erzeugen / errechnen). Zusätzlich gilt: Beide Währungen lassen sich ausschließlich digital handeln.

Wesentliche Unterschiede 

Bitcoin und Ethereum unterscheiden sich nicht nur beim Blick auf die Börsenkurse. Auch die Technologie hinter den Kryptowährungen weist grundlegende Unterschiede auf:

  • Bitcoin wurde als Alternative zum regulären Geld geschaffen und ist somit ein Instrument des Zahlungsverkehrs und der Wertschöpfung. Ethereum wurde wiederum als eine Plattform für sogenannte DApps (Distributed Apps) entwickelt, die wiederum aus Smart Contracts bestehen. Smart Contracts sind Computerprotokolle, die unter anderem Verträge abbilden oder die Abwicklung eines Vertrags technisch unterstützen. Ethereum kann somit als offenes Protokoll bzw. Baukasten für dezentrale Anwendungen bezeichnet werden. 
  • Ether ist zwar (auch) eine digitale Währung, aber ihr primärer Zweck ist nicht, sich als Zahlungsalternative zu etablieren, sondern die Arbeit von Ethereum zu monetarisieren. Ether ist somit die digitale Währung, Ethereum die Plattform dahinter.
  • Es gibt eine begrenzte Anzahl an verfügbaren Bitcoin. Diese sind auf 21 Millionen Stück, im Gesamten, limitiert. Bei Ethereum ist die Emission von Ether auf 2 Millionen pro Jahr begrenzt (heutiger Stand nach dem Upgrade auf Version  Ethereum 2.0)
  • Die voreingestellte Zeit für das Erzeugen eines Blocks beträgt bei Bitcoin durchschnittlich 10 Minuten, während dieser Prozess bei Ethereum lediglich etwa 12 Sekunden beträgt. Während Bitcoin-Transaktionen normalerweise in einigen Minuten verarbeitet werden, dauert eine Transaktion bei Ethereum lediglich wenige Sekunden
  • Die digitale Währung Ether kann nicht nur mit weniger Aufwand erzeugt werden, der Herstellungsprozess benötigt auch eine deutlich geringere Rechenleistung und verbraucht somit weniger Strom. Denn gerade das Thema Energie/vermeidung ist, gerade in Hochzeiten des Klimawandels, dringender denn je. 

In der nächsten Ausgabe beschäftige ich mich mit dem Thema Smart Contracts: Was sie sind, welche Anwendungsbereiche es gibt, aber auch welche Schattenseiten diese smarten Verträge mit sich bringen können. 

Bis dahin, lass mich an Deinen Gedanken teilhaben und hinterlasse mir gerne jederzeit ein Feedback in den untenstehenden Kommentaren.